Wofür dient der Sachkundenachweis?

Er ist Vorraussetzung für eine Waffenbesitzkarte, denn werden Signalraketen aus einem Abschussgerät zur Mehrfachanwendung oder einer Seenotsignalpistole benutzt, unterliegen diese dem Waffengesetz.

Dann ist für deren Besitz eine Waffenbesitzkarte erforderlich. Zum Erlangen dieser, ist wiederum der Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel erforderlich.

Um den SKN zu erhalten, muss eine Prüfung bei einer zuständigen staatlichen Stelle abgelegt werden. Der Bewerber muss mindestens 18 Jahre alt sein. Ein Sportbootführerschein (egal ob See oder Binnen) wird hierfür nicht benötigt.

An dem Lehrgang zum Sachkundenachweis (SKN) können somit nicht nur Skipper sondern auch Seekajakfahrer oder Piloten teilnehmen. Der Sachkundenachweis beinhaltet auch den Fachkundenachweis nach dem Sprengstoffgesetz.

Zur Zeit sind nur eine Handvoll Sportbootführerscheinschulen zur Prüfungsabnahme berechtigt, welche direkt mit den entsprechenden staatlichen Stellen kooperieren. Bei der Prüfung ist daher auch immer ein staatlicher Prüfer anwesend.

Nach bestandener Prüfung wird ein Ausweis im Scheckkartenformat ausgehändigt, der bundesweit gültig ist. Der Sachkundenachweis weist nach, dass der Inhaber die entsprechende Sachkunde zum sicheren Umgang mit einer Signalpistole hat.Ausweis_Sachkundenachweis_YSM

Der Nachweis berechtigt jedoch nicht zum Erwerb von einer Signalpistole oder der zugehörigen Munition. Zum Kauf einer Seenot-Signalpistole benötigt man zusätzlich eine Waffenbesitzkarte. Die Waffenbesitzkarte ist eine waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz einer Waffe.

Eine Voraussetzung für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte in Deutschland ist der Sachkundenachweis (SKN), sowie weitere Voraussetzungen, die im Waffengesetz geregelt sind.

In die Waffenbesitzkarte trägt die zuständige Behörde die Seenot-Signalpistole ein.

Der offizielle Frage- und Antwortkatalog mit den Prüfungsfragen - download bald hier!

Die Prüfung

Die Prüfung besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. In der theoretischen Prüfung ist ein Fragebogen mit 18 Fragen aus einem Katalog von 104 Fragen zu Themen der Gesetzeskunde aus dem Waffen-, Straf-, Sprengstoff- und Seeverkehrsrecht sowie Gerätekunde zu beantworten.

Die Prüfung besteht sowohl aus Multiple-Choice-Fragen (bei denen auch mehrere bzw. alle Antwortauswahlmöglichkeiten richtig sein können) als auch aus frei zu beantwortenden Fragen.

Bei jeder Frage können maximal 2 Punkte erreicht werden, insgesamt also 36 Punkte. Bei 26 oder mehr Punkten gilt die theoretische Prüfung als Bestanden. In der praktischen Prüfung ist die sichere Handhabung sowohl der Seenotsignalmittel (Signalrakete, Fallschirmsignalraketen, Handfackeln, Rauchsignale) als auch der Seenotsignalpistole im tatsächlichen Gebrauch nachzuweisen.

Die Unterscheidung der verschiedenen Munitionstypen anhand des Patronenbodens sowie das korrekte Verhalten im Falle eines Munitionsversagens sind ebenfalls prüfungsrelevant.
 

Seenotsignalmittel Handfackel Yachschule MardorfPraktische Prüfung Sachkundenachweis SKN

Themen:

Handhabung Fallschirmsignalrakete
Handhabung Handfackel
Handhabung Rauchfackel
Handhabung Rauchtopf
Handhabung Signalpistole
Handhabung bei Versagen

3 von 4 Übungen müssen richtig sein.

News zum Pyro- Schein (Zitat: Prüfungsausschuss Bremen)

Freitag, 28. März 2014

Erlass zur Saisoneröffnung: Sportboote ohne Pyro-Schein chartern

Quelle: MSGFG,

Schleswig-Holstein Sprengstoffgesetz – SprengG; Erste Verordnung zum SprengG – 1.SprengV Notsignalmittel auf gecharterten Booten und Yachten

Zur Saisoneröffnung hat das zuständige Ministerium in Schleswig-Holstein eine Regelung für die Überlassung von pyrotechnischen Seenotsignalen an Charterkunden ohne weitere Erlaubnisse/Scheine erlassen.

Die Abgabe oder Vermietung von Sportbooten und Yachten an Dritte, auf denen sich für den Notfall Signalmittel der Kategorie P2 befinden, ist ohne weitere sprengstoffrechtliche Nachweise zulässig, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Das Charterunternehmen verfügt als gewerbliches Unternehmen über verschiedene Voraussetzungen (siehe Anhang) und das Charterunternehmen veranlasst, dass alle an Bord der zu vermietenden Boote befindlichen Signalmittel der Kategorie P2 in fest mit den Schiffskörpern verbundenen und vor unbefugtem Öffnen gesicherten, zum Beispiel versiegelten oder verplombten Behältnissen oder Schränken aufbewahrt und unmittelbar bei Rückgabe eines Charterbootes auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden,

Hinweise auf eine Verwendung oder der Verlust von Signalmitteln für die zuständige Behörde zur Einsicht dokumentiert werden, charterwillige Personen durch eine ausreichend fachkundige Person des Charterunternehmens darin unterwiesen werden, wann und wie die an Bord befindlichen Signalmittel verwendet werden dürfen und welche Folgen eine missbräuchlicher Verwendung hat, der unterwiesenen Person oder den unterwiesenen Personen eine schriftliche Bestätigung über die erfolgte Unterweisung und die ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Signalmittel ausgestellt und übergeben wird, Kopien der Bestätigungen nach Ziffer 6 zur Einsichtnahme durch die zuständige Behörde bereitgehalten werden.

Das Innenministerium hat per Email vom 19.März 2014 dem Erlass zugestimmt und beabsichtigt, die für Dienststellen der Wasserschutzpolizei über die getroffenen Regelungen nach Inkrafttreten zu informieren.